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Das Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP)
Da bei hyperkinetischen und bei oppositionellen Störungen im Allgemeinen mehrere Lebensbereiche und mehrere Störungsformen betroffen sind, ist eine multimodale Therapie erforderlich, die mehrere Behandlungsformen kombiniert.
- Kindzentrierte Ansätze
➔ Medikamentöse Therapie hyperkinetischer Störungen
➔ Selbstinstruktionstraining
➔ Selbstmanagement-Methoden
➔ Spieltraining bei Kindern im Kindergartenalter
➔ andere Verfahren (diätetische Behandlung, mototherapeutische und sensomotorische Verfahren, Übungsbehandlungen, Psychotherapie)
- Eltern- und familienzentrierte Ansätze
- Kindergarten- und schulzentrierte Ansätze
Zielgruppe und therapeutische Verfahren
Das THOP wurde an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln im Rahmen des DFG-Projektes zur Wirksamkeit multimodaler Therapie bei Kindern mit hyperkinetischen Störungen entwickelt.
Zielgruppe sind Kinder im Alter zwischen etwa 3 bis 12 Jahren mit folgenden Verhaltensauffälligkeiten:
➔ Hyperkinetische Störungen ohne Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen,
➔ oppositionelle Verhaltensstörungen vor allem gegenüber Erwachsenen (Eltern, Erzieher, Lehrer)
➔ Kombination aus hyperkinetischem und oppositionellen Verhaltensstörungen.
Das Programm besteht aus zwei Teilen:
Im Diagnostikteil werden die für die individuelle Anpassung des Programms notwendigen Informationen erhoben und die Instrumente für die Verlaufskontrolle werden eingeführt.
Der Therapieteil setzt sich je nach Ansatzpunkt aus kindzentrierten, familienzentrierten und kindergarten- oder schulzentrierten Interventionen zusammen.
Die kindzentrierten und familienzentrierten sind eng aufeinander bezogen und zum Elter-Kind-Programm zusammengefasst. Das Eltern-Kind-Programm stellt den Schwerpunkt des gesamten Therapieprogramms dar. Die Interventionen im Kindergarten bzw. in der Schule sind im wesentlichen Adaptationen des Eltern-Kind-Programms an die Bedingungen und Probleme im Kindergarten bzw. in der Schule.
Ergänzende Interventionen stellen Pharmakotherapie hyperkinetischer Störungen und psychologische Interventionen zur Therapie häufig auftretenden komorbider Störungen (soziale Kompetenztrainings, Ärgerkontrolltrainings, Problemlösetrainings und Übungsbehandlungen). Diese Therapieverfahren sind nicht Bestandteil von THOP, sie können aber wichtige Therapiekomponenten im Rahmen einer multimodalen Therapie bilden.
Indikationsstellung – Planung einer multimodalen Intervention
Bei der Planung einer multimodalen Behandlung und der Auswahl der Interventionsformen sollte ein Grundprinzip berücksichtigt werden:
Die Situationsspezifität der Symptomatik und ihre vielfältigen Ausprägungsformen gebieten, dass die Therapie dort anzusetzen hat, wo die Probleme auftreten: beim Kind, in der Familie, in der Schule, bei den Aufmerksamkeitsschwächen, der Impulsivität, der Hyperaktivität oder der Aggressivität.
Dieses Prinzip ist deshalb von außerordentlicher Bedeutung, weil eine Generalisierung von Therapieeffekten von einem Lebensbereich auf den anderen oder von einer Störungsform auf die andere bestenfalls unvollständig, meist gar nicht gelingt.
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